Der Hochstuhl ist eines der wenigen Babymöbel, die tatsächlich jahrelang im Einsatz sind, und trotzdem eines der Teile, bei denen zweimal gekauft wird. Ein typischer Verlauf: Der günstige Klappstuhl reicht genau bis zu dem Tag, an dem das Kind sich darin aufrichten will. Danach kommt doch der mitwachsende Stuhl. Wenn du nur einen Stuhl kaufen willst, nimm den mitwachsenden, alles andere sind Sonderfälle.
Hier steht, worin sich die drei Bauarten unterscheiden, welche Details im Alltag wirklich zählen und worauf ich beim Kauf achten würde.
Die drei Bauarten
| Mitwachsender Hochstuhl | Klapp-Hochstuhl | Sitzerhöhung | |
|---|---|---|---|
| Nutzungsdauer | vom Beikostalter bis ins Schulalter | meist Kleinkindzeit | Kleinkindzeit, mobil |
| Verstellbar | Sitz- und Fußstützenhöhe | selten oder gar nicht | nein |
| Platzbedarf | steht dauerhaft am Tisch | zusammenklappbar | minimal |
| Preis | höher | niedrig | sehr niedrig |
| Gut als | Hauptstuhl zu Hause | Zweitstuhl, kleine Küche | Reise- und Besuchslösung |
Der Preisunterschied relativiert sich schnell, wenn der günstige Stuhl nach anderthalb Jahren ersetzt wird. Genau deshalb bin ich hier so eindeutig.
Worauf es beim Kauf ankommt
- Standfestigkeit. Ein breiter Stand, der auch dann nicht kippelt, wenn sich das Kind gegen den Tisch stemmt. Das ist der wichtigste Punkt überhaupt, und man merkt ihn sofort, wenn man den aufgebauten Stuhl an der Rückenlehne bewegt.
- Gurtsystem. Ein Fünf-Punkt-Gurt hält auch das Kind, das sich seitlich herauswinden möchte. Er muss sich einhändig schließen lassen, sonst wird er im Alltag weggelassen, und dann nützt er nichts.
- Fußstütze. Wird oft unterschätzt: Kinder sitzen deutlich ruhiger und stabiler, wenn die Füße Kontakt haben, statt in der Luft zu baumeln. Sie sollte sich in der Höhe mitverstellen lassen, nicht nur der Sitz.
- Abwischbare Oberflächen. Alles, was Ritzen, Stoffpolster oder Textilbezüge mitbringt, wird in der Beikostzeit zur Putzaufgabe. Glatt schlägt hübsch.
- Geprüfte Sicherheit. Achte auf die Angabe, nach welcher Sicherheitsnorm der Stuhl geprüft ist, und darauf, dass Gurt und Zwischensteg zum Modell gehören und nicht als Zubehör nachgekauft werden müssen.
Wovon ich abrate
Von Hochstühlen mit dick gepolstertem Stoffbezug und vielen Nähten. Sie sehen im Laden gemütlich aus, und in der Beikostzeit landet dort alles, was nicht im Kind gelandet ist. Wer schon einmal einen Bezug abgezogen, gewaschen, getrocknet und wieder aufgezogen hat, während das Kind auf die nächste Mahlzeit wartet, kauft beim nächsten Mal glatt und abwischbar. Wenn du gepolstert magst: Nimm ein Modell, bei dem der Bezug ohne Werkzeug abgeht, und kauf gleich einen zweiten dazu.
Wo der Stuhl steht, entscheidet mit
Zwei praktische Dinge, die in keiner Produktbeschreibung stehen: Der Hochstuhl sollte so am Tisch stehen, dass dein Kind nichts erreichen kann, was es nicht erreichen soll, also weder Tischdecke noch heiße Getränke noch Kabel in der Nähe. Und er sollte nicht direkt an der Wand stehen, wenn dein Kind zum Abstoßen neigt.
Zum Wickelplatz gilt übrigens dieselbe Grundregel wie hier: Ein Kind, das schon sitzt, bleibt nicht mehr liegen, wo man es hinlegt. Wie ich das beim Wickeln gelöst habe, steht in der Erstausstattungs-Checkliste.
Meine Empfehlung
Nimm den mitwachsenden Holzstuhl, wenn zu Hause ein fester Platz am Tisch frei ist. Er ist die einzige Bauart, die vom ersten Brei bis zum Hausaufgabenplatz durchhält, und er verliert dabei kaum an Gebrauchswert. Außer deine Küche ist so klein, dass ein dauerhaft stehender Stuhl im Weg wäre: dann ein Klappmodell zu Hause und eine Sitzerhöhung für unterwegs.
Mitwachsender Holz-Hochstuhl mit 5-Punkt-Gurt
von Hauck
wächst vom Beikostalter bis zum Schulkind mit – ein Kauf für Jahre
Höhenverstellbarer Holz-Hochstuhl mit Fußstütze und abnehmbarem Tablett – wächst von den ersten Beikostmahlzeiten bis zum normalen Esstisch mit und erspart einen Nachfolgekauf.
- Sitz- und Fußstützenhöhe verstellbar, nutzbar über viele Jahre
- Abnehmbares, abwaschbares Tablett
- Stabiler Stand, 5-Punkt-Gurtsystem
- Anschaffungspreis höher als bei einfachen Klapp-Hochstühlen
Klapp-Hochstuhl mit Fußstütze und 5-Punkt-Gurt
von Kinderkraft
lässt sich nach dem Essen zusammenfalten und wegstellen
Faltbarer Fütterstuhl mit Fußstütze und 5-Punkt-Gurt – die Lösung, wenn in der Küche kein Platz für einen Stuhl ist, der dauerhaft am Tisch steht.
- Schnell zusammen- und auseinandergefaltet, braucht wenig Stellfläche
- Fußstütze und 5-Punkt-Gurt
- Deutlich günstiger als ein mitwachsender Holzstuhl
- Wächst nicht mit: Nach der Kleinkindzeit ist Schluss
Mobile Sitzerhöhung für den normalen Stuhl
von roba
Hochstuhl-Ersatz für Großeltern, Restaurant und Urlaub
Leichte Sitzerhöhung aus abwaschbarem Stoff, die auf einen normalen Stuhl geschnallt wird – kein Ersatz für den Hochstuhl zu Hause, aber ideal für unterwegs.
- Klein und leicht, passt in die Wickeltasche
- Wasserabweisendes, abwischbares Material
- Funktioniert auf fast jedem Esszimmerstuhl
- Ohne eigene Fußstütze, für den täglichen Einsatz zu Hause zweite Wahl
Ärmellätzchen-Set, wasserdicht mit Auffangtasche
von mushie
Ärmel bleiben trocken, spart tägliches Kleiderwechseln
Langärmelige, wasserdichte Lätzchen mit Auffangtasche unten – decken Arme und Oberteil komplett ab und lassen sich einfach abspülen statt in die Wäsche zu wandern.
- Schützt Arme und Kleidung komplett, nicht nur den Brustbereich
- Wasserdicht, einfach abwaschbar statt Wäsche
- Leicht, faltbar für unterwegs
- Etwas gewöhnungsbedürftig für Babys, die Ärmel nicht mögen
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Klappstuhl und Sitzerhöhung stehen hier für genau den Außer-Fall: wenig Platz zu Hause oder ein zweiter Sitzplatz bei den Großeltern und im Urlaub. Das Ärmellätzchen steht hier nicht zufällig daneben. In den ersten Beikostmonaten ist es das Teil, das am meisten Wäsche spart, und es passt zu jedem Stuhl. Was sonst noch für den Beikoststart sinnvoll ist (und was nicht), habe ich im Beikost-Starterset sortiert.
Häufige Fragen
Ab wann braucht ein Baby einen Hochstuhl?
Der Hochstuhl kommt praktisch mit der Beikost ins Haus, also dann, wenn dein Kind am Familientisch mitisst. Entscheidend ist nicht das Alter im Kalender, sondern ob dein Kind stabil und mit wenig Unterstützung sitzen kann. Ob es so weit ist, beurteilst du am besten gemeinsam mit deiner Kinderärztin oder deiner Hebamme, nicht anhand einer Altersangabe auf einem Karton.
Brauche ich unbedingt ein Tablett am Hochstuhl?
Nein, und viele Familien nutzen es nach den ersten Monaten kaum noch. Solange dein Kind allein am Stuhl sitzt und nicht direkt am Tisch, ist das Tablett praktisch, danach wird es eher zum Hindernis beim Heranrücken. Praktisch ist deshalb ein abnehmbares Tablett: erst nutzen, später weglassen, statt dafür ein zweites Modell zu kaufen.
Sind gebrauchte Hochstühle eine gute Idee?
Gebraucht kaufen finde ich bei Hochstühlen grundsätzlich sinnvoll, sie halten viel aus. Zwei Dinge prüfe ich dabei genau: Sind alle Teile inklusive Gurt vorhanden und unbeschädigt, und wackelt nichts, wenn du den Stuhl belastet hin und her bewegst? Ein fehlender oder ausgeleierter Gurt ist ein Ausschlusskriterium, nachkaufen lässt er sich modellabhängig oft nicht.
Was ist mit Sitzerhöhungen für den normalen Stuhl?
Für unterwegs, bei den Großeltern oder in sehr kleinen Küchen sind sie eine gute Zweitlösung: Sie kosten wenig, verschwinden im Schrank und lassen sich mitnehmen. Als einziger Essplatz zu Hause taugen sie in der Beikostzeit nur eingeschränkt, weil die Fußstütze fehlt und die Sitzposition für kleine Kinder weniger stabil ist.